Stress – viele leiden darunter und beklagen sich darüber. Stress ist zu einer Volksplage geworden mit teils gravierenden Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen in den modernen Gesellschaften. Zum Abbau von Stressfolgen, zur wirksamen Erholung eignet sich besonders der regelmäßige Einsatz von Entspannungsverfahren. Das hierzulande bekannteste ist Autogenes Training.
Charakteristisch für .das Autogene Training sind die sogenannten Übungsformeln, die innerlich gesprochen werden. Damit werden bestimmte körperliche Zustände angesprochen, die im Zuge einer Entspannungsreaktion entstehen. Um das Verfahren zu erlernen und zu automatisieren, ist vor allem zu Beginn regelmäßiges Üben nötig.
Die Unterstufe des AUTOGENEN TRAINING umfaßt 6 Teilübungen:
Schwereübung
Wärmeübung
Atmungsübung
Herzübung
Sonnengeflechtsübung
Stirnübung
Die Teilübungen bauen aufeinander auf. Die Einübung eines vorangegangenen Übungsteils fördert das Erlernen des jeweils Nächsten.
Der Name AUTOGENES TRAINING soll ein selbständig von der Person ausgehendes und durch die Person gestaltetes systematisches Üben (Training) kennzeichnen. Das „autogene Grundprinzip“ soll es dem Übenden ermöglichen, das Verfahren in seinem eigenen Rhythmus und mit seinen eigenen, individuellen Vorstellungen und Inhalten durchzuführen.
Die körperlichen Anzeichen der
Entspannungsreaktion (Abnahme des Muskeltonus, Atmung und Puls
ruhiger und gleichmäßiger) in Verbindung mit der Konzentration auf
Training und Körper, also der inneren Sammlung führen zu einem
tiefen Versenkungszustand. In diesem Zustand ist eine höchst
effektive Regeneration von Körper und Seele möglich.
Und dies ist der Unterschied zu anderen als
„entspannend“ wahrgenommen Aktivitäten. Fernsehen, Musik hören,
Lesen, Spazieren gehen, Sauna, Sport sind durchaus geeignet, sich zu
erholen von Belastungen, von Stress. Sie schaffen Entlastung durch
Ablenkung, eher unsystematisch und unspezifisch. Das Autogenes
Training hingegen ist ein wissenschaftliches Entspannungsverfahren,
welches systematisch und gezielt einen tiefen Entspannungszustand
auslöst und deshalb eine viele größere Erholungswirkung erzielen
kann.
Etwas plakativ ausgedrückt: 10 Minuten
Durchführung Autogenes Training hat einen vielfachen Erholungseffekt
gegenüber bspw. 20 Minuten Fernsehen.
Das AUTOGENE TRAINING wurde von Prof. I.H.
Schultz (1884 – 1970) entwickelt. Schultz war ein Nervenarzt in
Berlin, der in der Zeit von 1908 an als junger Assistenzarzt in
Breslau viel mit Hypnose experimentierte. Er lernte die positiven
Einwirkungsmöglichkeiten dieser Methode bei funktionellen Störungen
(psychosomatische Erkrankungen wie bspw. Asthma,
Herz-Kreislauferkrankungen, Hauterkrankungen) kennen. Seine ersten
Anschauungen zum AUTOGENEN TRAINING gehen bis in diese Zeit zurück.
Er konnte zeigen, dass das unter Hypnose auftretende Körpergefühl
auch selbst (autogen) hervorgerufen werden kann.
Erste
Arbeiten zu dieser Methode veröffentlichte Schultz 1920. 1926 wurde
das Verfahren erstmalig unter dem Namen „autogene Organübungen“
veröffentlicht.
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